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Freitag, 3. September: Ankunft

Ankunft am Flughafen Hilo nach 24 Stunden Flugzeit. Graham, mein zukünftiger „Boss“, seine 6 jährige Tochter Ila und Lauren, eine Mitbewohnerin, holen mich ab. Graham muss noch einkaufen und setzt mich und Lauren einer Brauerei ab. Meine erste Aktivität auf Hawaii ist Bier verkosten. Dann noch einkaufen in einem Bio-Supermarkt, zu Horror- Preisen: Seife, Zahnpasta, ein Sixpack und 2 Früchte kosten 30$...

Nach der Ankunft in Bellyacres, eine Autostunde von Hilo entfernt, lerne ich noch ein paar Leute von hier kennen, gehe aber vor Erschöpfung und Jetlag schon sehr früh ins Bett.

16.9.10 07:49


Samstag, 4. September: Jungle Walk

Wache um 4.30 Uhr auf. In dem „Jungalow“ in dem ich wohne (eine Mischung aus Holzhütte und Jurte) gibt es weder Strom noch Licht. Elektrizität gibt es nur in der Küche, also verbringe ich dort den Morgen mit Lesen. Im Laufe des Vormittages trudeln die anderen Bewohner ein. Die meisten von ihnen sind in der selben Situation wie ich; sie haben ein abgeschlossenes Studium un wollen hier noch ein paar schöne Monate verbringen bevor sie beginnen zu arbeiten.Die Leute sind wahnsinnig nett, ich fühle mich sofort wohl und willkommen.

Am Nachmittag brechen wir zu einem Hike in den Dschungel auf. Angeblich gibt es nördlich von hier eine versteckte Tempelruine. Die Wanderung geht erst über eine endlose Lava-Fels-Einöde, dann hacken wir und mit Macheten durch den Dschungel.

Die Vegetation auf Hawaii ist faszinierend vielfältig, alleine auf dieser Insel gibt es 11 verschiedene Ökosysteme. Der Wald ist ein leuchtend-grünes Dickicht aus hunderten Pflanzen- und Baumarten, alle paar Meter gibt es was neues zu sehen. Wahnsinnig schön. Am Abend wird gekocht und geplaudert, Christian aus Mexiko kredenzt köstliche Tortillas. Ich geh wieder früh ins Bett.



16.9.10 07:58


Sonntag, 5. September: Shopping, the american way

Werde am Vormittag in Grahams Haus eingeladen. Graham ist einer der 30 Zirkusartisten, die das Land in Bellyacres in den 80er Jahren gekauft und kultiviert haben. Die anderen Bewohner bezahlen ihn für die Instandhaltung und Pflege der Landschaft und Gebäude. Die Arbeit wird grundsätzlich von Volunteers (wie mir) erledigt, er koordiniert das Ganze. Das macht ihn quasi zu meinem Chef, und er gibt mir bei einer Tasse Kaffe eine kurze Einführung.

A späten Vormittag fahren wir nach Hilo um Lebensmittel einzukaufen, und kommen erst am späten Nachmittag zurück, nutzen aber noch die letzten Sonnenstrahlen zum Baden am Strand.

Am Abend findet das wöchentliche Pot-Luck-Dinner statt. Alle Bewohner von Bellyacres sind eingeladen, jeder bring ein selbstgemachtes Gericht mit, und es wird gemeinsam gegessen. Vor dem Mahl stehen plötzlich alle auf, bilden einen Kreis und fassen sich an den Händen. Meine Alarmglocken schrillen. Scheisse, was kommt jetzt? Ein gemeinsames Gebet, in dem ich einer Hippie-Gottheit ewige Treue schwören muss? Meine unfreiwillige Aufnahme in eine Sekte, die mich nach einer Gehirnwäsche zu einem willigen Arbeitssklaven macht? Oder gemeinsames Singen und Tanzen?

Zum Glück nichts dergleichen. Eine Frau berichtet, dass ihr Onkel Bob schwer krank ist und bittet um positive Gedanken für ihn. Ich werde allen vorgestellt, erzähle kurz was über mich, und das wars. Die Leute sind eindeutig keine religiösen Fanatiker, sondern eher Hippies mit einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Schön!

Das gemeinsame Dinner ist rein vegetarisch und köstlich! Bin beeindruckt wie gut Gemüse sein kann... Hab aber auch schon lang keines mehr gegessen =)

Bild: Mmmh, köstliches Pot Luck Dinner!

Nach dem Essen unterhalte ich mich noch mit den Leuten. Ausnahmslos alle sind ausgesprochen offen, nett und fröhlich. So soll es sein.

16.9.10 08:56


Montag, 6. September: Labour day

Den halben Tag am Strand verbracht, chillen, schwimmen und Boogie-boarden ausprobieren. Kiani feiert ihren Geburtstag am Strand, sie sitzt nackt in einem Tron den ihre Freunde gebastelt haben und lässt sich mit Früchten füttern.

Danach in die selbstgemachte Sauna. Ich bin dran mit Abendessen kochen, es gibt Salat und Pasta. Dan noch kurz auf die Abschiedsparty von Natascha, sie fliegt morgen heim nach England.

Bild: Seaview, auf dem Weg zum Strand

16.9.10 08:59


Dienstag, 7. September: Erster Arbeitstag

Arbeit beginnt um 9.30 Uhr. Graham erteilt mir und Christian den Auftrag, einen Schweinestall auszuräumen. Na toll, erster Arbeitstag, und gleich Schweinemist schaufeln? Bin positiv überrascht als sich der Schweinestall als ein vom Dschungel durchwachsener Teil des Gartens herausstellt. Die Arbeit beschränkt sich auf Unkraut rupfen und Pflanzen umtopfen. Mittagspause ist von 12.30 Uhr bis 15.00 Uhr, danach noch kleinere Gartenarbeiten bis 18.00 Uhr. Die Arbeit ist zwar anstrengend aber angenehm, Stress gibt es keinen. Auch gut: Gearbeitet wird nur Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Der Rest der Woche ist frei.

Am Abend findet das wöchentliche Bellyacres-meeting statt. Die Bewohner treffen sich am Lagerfeuer um Probleme zu besprechen und Geschichten zu erzählen, ich finde es unterhaltsam. Dann bald ins Bett, bin das Arbeiten in der Hitze noch nicht gewohnt.

16.9.10 09:16


Mittwoch, 8. September: Vote for Singer!

Am Vormittag nur eine Stunde arbeiten, alte Kokosnüsse zur Kompostierung mit der Machete kleinhacken. Das Land hier wurde 1955 komplett von der Lava überflutet, und nachdem der Boden fast nur aus Lavagestein besteht, muss fruchtbare Erde mühsam „hergestellt“ werden. Das funktioniert zum Beispiel durch Tierexkremente, die mit Hilfe eigens gezüchteter Würmer zu Erde werden, oder Holz- und Kartonstücken, die man verrotten lässt.

Der Arbeitsauftrag am Nachmittag ist eigenartig. Ein Bekannter von Graham, der 18 jährige Solomon Singer, kanidiert für ein politisches Amt, und wir sollen bei der Wahlkampagne helfen. Also stehen wir mit Wahlplakaten am Straßenrand und winken Autos zu. Solomon setzt sich unter anderem sehr für den Umwelt- und Tierschutz auf Hawaii ein, also finde ich den Missbrauch von Praktikanten als Wahlhelfer akzeptabel.

Bild: Vote for Singer, he's the guy!

 

 Bild: Christian, der Mexikaner

16.9.10 09:26


Donnerstag, 9. September: Lava walk

Am Vormittag arbeiten, Christian und ich holzen Dschungel ab, um die überwucherte Telefon- und Internetleitung frei zu legen, dann reinige ich Grahams Dach mit einem Hochdruckreiniger.

Am späten Nachmittag machen wir einen Ausflug zu den Lavafeldern. Paty, ein langjähriger Bewohner von Bellyacres, hatte dort einmal ein Haus, bevor die Lava es abgefackelt hat. Er kennt die Leute aus der Lava-Umgebung. Und so haben wir die Möglichkeit, dieses normalerweise für Touristen gesperrte Gebiet zu betreten.


 Bild: Die Dunstwolke des Lavaflusses

Wir wandern über rauchendes Lavagestein zur Küste, wo die flüssige Lava ins Meer fließt. Der Anblick ist überwältigend. Unvorstellbar, welche Kräfte hier am Werk sind. Das Meer brodelt und kocht, die Dampfwolke ist kilometerweit zu sehen. Heiße Aschebrocken und Lave spritzen meterhoch,die Steine unter meinen Füßen glühen. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel. Silvesterfeuerwerke sind nicht halb so schön.

 

 

 

 

16.9.10 09:42


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